Miscanthus (Chinaschilf)

Broschüre "Miscanthus" der Landwirtschaftskammer Österreich um € 5,-erhältlich unter kundenservice@lk-ooe.at

Miscanthus sinensis Giganteus, auch Elefantengras genannt wird, großes Potenzial zugestanden. In Oberösterreich werden derzeit allerdings nur rund 400 Hektar thermisch und stofflich genutzt. Das ist verglichen zur gesamten Ackerfläche in OÖ mit rund 300.000 ha noch ein kleiner Anteil.

Mit Unterstützung des Biomasseverband OÖ wurde im jahr 2011 im oberösterreichsichen Zentralraum eine Miscanthusanlage mit 350 kW errichtet, die eine Schule mit Wärme aus der Region versorgt. Die bäuerliche Betreibergruppe ist mit der Anlage sehr zufrieden. Leider ist der rechtliche Rahmen immer noch nicht gegeben, damit dieser Brennstoff in herkömmlichen Biomassefeuerungsanlagen uneingeschränkt verbrannt werden kann. Es ist daher für jede Anlage eine Einzelgenehmigung zu erwirken.

Dabei hat Miscanthus ein holzähnliches Brenn- und Emissionsverhalten. Das heißt, hoher Wirkungsgrad und sehr niedrige Emissionswerte sind zu erwarten. Gilt zu hoffen, dass künftig Miscanthus in Oberösterreich legal in dafür geeigneten Feuerungsanlagen eingesetzt werden kann. Ein weiterer Hemmschuh für die weitere Verbreitung dieser Pflanze ist, dass im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen für die Produktion von Miscanthus keine regionalen langjährigen Erfahrungen vorliegen. Die Beratung für die Praxis bezüglich Auspflanzung, Bestandespflege, Düngung, Pflanzenschutz, Bewässerung, Ernte und Erntezeitpunkt baut auf Versuchsergebnissen und Erfahrungen von Landwirten auf. Es gibt also noch zu wenig gesicherte Daten um die ökonomischen und gesamtökologischen kurz- und langfristigen Auswirkungen abschätzen oder beurteilen zu können.

Miscanthus weist im Vergleich zu anderen Fruchtarten hohe Pflanzgutkosten auf und benötigt eine zweijährige Etablierungsphase. Danach ist aber eine ca. 15-jährige Haupt- und eine bis zu 10-jährige Nachnutzungsphase möglich. Während dieser Zeit sind die Aufwendungen äußerst gering. Neben einer bescheidenen Düngung fallen nur die Erntekosten an. Obwohl diese Pflanze auf fast allen gemäßigten europäischen Klimaräumen hohe Biomasseerträge bringt (unter Ausnutzung beinahe der gesamten Vegetationszeit), zeigen sich große Standortunterschiede. Zwischen der Höhe der Biomassebildung, der Jahresniederschlagsmenge und der Wärmesumme bestehen enge Wechselwirkungen. In warmen Produktionsgebieten ist die Niederschlagsmenge, in kühleren Lagen ist der Temperaturverlauf während der Vegetationszeit ertragsbegrenzend. Die Trockenmasseerträge betragen im 2. Jahr 5.000 bis 7.000 kg/ha und ab dem 3. Jahr und die Folgejahre 15.000 bis 22.000 kg/ha. Das bedeutet energetisch umgerechnet rund 70.000 bis 80.000 kWh pro Hektar bzw. in Holzhackgut umgerechnet über 100 Schüttraummeter jährlichen Ertrag. Aus diesem Grund ist diese Pflanze auch vom erzielbaren Umsatzerlös durchaus interessant.

Weiterführende Informationen finden Sie auch in der 72 Seiten starken Broschüre "Miscanthus". Diese können Sie gegen einen Unkostenbeitrag von € 5,- beim Kundenservice der Landwirtschaftskammer OÖ bestellen.

Informationen über den Anbau von Miscanthus erhalten Sie bei der ARGE Elefantenwärme.

ARGE Elefantenwärme
www.elefantenwaerme.at

 

  • 1.000 ha in Österreich (500 ha OÖ, 400 ha NÖ, Stmk.) 
  • Miscanthus-Anbaufläche seit einigen Jahren stabil

 

 

Kurzumtriebsflächen

Die Anlage von Kurzumtriebsflächen zur stofflichen und energetischen Verwertung mit schnellwachsenden Baumarten kann eine Ergänzung zu Holz aus dem Wald sein. Eine entsprechende Kalkulation über den Deckungsbeitrag ist Grundlage für die Entscheidung der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen.

Etwa 200 ha sind in Oberösterreich derzeit mit schnell wachsenden Hölzern bepflanzt. Durchgesetzt haben sich dabei Weide und Pappel, die Hektarerträge können durchaus 15 Tonnen Trockenmasse pro Jahr überschreiten.

Die Auswahl der Holzart, der Umtriebszeit und der Erntetechnik ist in erster Linie vom Standort und den Bodenverhältnissen abhängig.

Fachlich fundierte Informationen und erfolgreiche Fallbeispiele finden Sie in einer Broschüre der Landwirtschaftskammer Steiermark:

Broschüre Kurzumtrieb

Weitere Auskünfte über Kurzumtriebsflächen erhalten Sie bei den Forstberatern der Landwirtschaftskammer in Ihrem Bezirk.

Landwirtschaftskammer OÖ (Wir über uns --> Mitarbeiter --> Bezirksbauernkammern)
www.lk-ooe.at