FAQ Biomasse

BMV OÖ/koe

In unserem Downloadbereich finden Sie zusätzliche Informationen in Broschüren und Infoblättern zum Herunterladen. 

Was macht der Biomasseverband OÖ?

Seit 1992 steht der Biomasseverband OÖ seinen Mitgliedern und Kunden - Land- und Forstwirten, Heizwerksbetreibern, Firmen und allen Bioenergie-Interessierten - mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt bei der Realisierung von bäuerlichen und gewerblichen Biomasseprojekten im kleinen und großen Leistungsbereich, von der Erstberatung bis zur Inbetriebnahme - und das objektiv und neutral. Langjährige Erfahrung im Verwirklichen und Erweitern von Biomasse-Nahwärmeanlagen (Biomasseheizwerken) und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Wärme und Strom) garantiert eine optimale Grundlage für ausgereifte Projektumsetzung.

Mit den Projekten des Biomasseverbandes OÖ wird auch das Ziel des Landes Oberösterreich, die Strom- und Wärmeversorgung bis 2020 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern bereitzustellen, maßgeblich unterstützt. Der Biomasseverband OÖ hat durch seine intensive Beratungs- und Informationsarbeit die Grundsteine für die erfolgreiche Umsetzung ökologisch und ökonomisch sinnvoller Bioenergieprojekte gelegt.

Hier erfahren Sie mehr über den Biomasseverband OÖ und seine Tätigkeit

Waldhackgutpreise

Waldhackgutpreise sind regional sehr unterschiedlich. Einen einheitlichen Marktpreis gibt es nicht. Grundsätzlich ist der Preis abhängig von Wassergehalt, Holzart, Liefermenge und Anlieferungsmöglichkeiten. Der Biomasseverband OÖ erstellt bei Bedarf Tabellen für die Hackgutabrechnung nach Schüttraummeter, Gewicht oder MWh in Abhängigkeit von Wassergehalt und Holzart.   

Hackgutlieferung

Für den Käufer von (Wald-)Hackgut ist die gelieferte Energie von vorrangiger Bedeutung. Der Energieinhalt (Brennwert) beträgt bei Laubholz unabhängig von der Holzart etwa 5 kWh pro Kilogramm absolut trockenen (atro) Holzes. Nadelholz hat aufgrund seines Harzgehaltes einen etwas größeren Energieinhalt von ca. 5,18 kWh/kg-atro.
Da das Raumgewicht von Hackgut aufgrund der Holzart, der Teilchengröße und des Wassergehaltes stark schwanken kann ist eine Abrechnung nach Schüttraummetern nicht zu empfehlen. Am besten ist eine Verrechnung nach Atro-Gewicht und Wassergehalt.

Zur Bestimmung  des Atro-Gewichtes benötigt man das Gewicht der Lieferung und den Wassergehalt. Dieser sagt aus, wie viele Prozent des Gesamtgewichtes Wasser sind. Der Rest ist reine Holz-Trockenmasse oder eben das Atro-Gewicht.

Der Wassergehalt, den man nicht mit Holzfeuchte verwechseln darf, wird entweder durch spezielle Messgeräte (z.B. Humimeter) oder einfach mit Hilfe eines Trockenschrankes ermittelt. Eine Probe wird vor und nach dem vollständigen Trocknen genau verwogen. Die Differenz, das verdunstete Wasser, ergibt den Wassergehalt.

Beispiel:
Ein Lieferung von Fichtenhackgut hat ein Gewicht von 10 Tonnen. Der gemessene Wassergehalt beträgt 30%. Daher sind 70% absolut trockenes Holz. Die Lieferung hat 7 Atro-Tonnen. Der Energieinhalt von Nadelholz beträgt 5,18 kWh/kg, dies bedeutet die Lieferung beinhaltet etwa 36.000 kWh Energie. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 217 kg/srm (Schüttraummeter) Fichtenhackgut mit 30% Wassergehalt wird die Lieferung ein Volumen (einen Lagerraumbedarf) von etwa 46 srm haben. Eine Atro-Tonne Fichtenhackgut W30 entsprechen demnach etwa 6,6 srm.

Der nutzbare Energieinhalt, der Heizwert (die Begriffserklärung finden Sie unten), ist natürlich höher, je trockener das Hackgut ist. Daher gibt es meist abhängig vom Wassergehalt Zu- oder Abschläge zum Tonnen-Preis, je nachdem wie gut das betroffene Heizwerk feuchtes Hackgut verwerten kann oder will.

Die praktische Tabelle „Masse und Energieinhalt von Hackgut in Abhängigkeit vom Wassergehalt“ zum Herunterladen finden Sie im Bereich Publikationen.

Was bedeuten Heizwert und Brennwert?

Der Heizwert (unterer Heizwert, HU oder Hi) bezeichnet die nutzbare Wärmemenge (in Kilojoule oder Kilowatt) eines Brennstoffes pro Kilogramm, wenn das bei der Verbrennung entstehende Wasser gasförmig (nicht kondensiert, Wasserdampf) ist.

Der Brennwert (oberer Heizwert, HO oder HS) beinhaltet zusätzlich die bei der Kondensation (Verflüssigung) des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes freiwerdende Verdunstungswärme. Brennwertkessel kühlen das Abgas soweit herunter, dass der Wasserdampf flüssig wird und als Kondensat anfällt. 

Wie wird die Leistung eines Biomassekessels angegeben? 

Die Kessel-Nennleistung (Q) sagt aus, welche maximale nutzbare Wärmeleistung im Dauerbetrieb abgegeben werden kann. Verluste entstehen durch Abgaswärme oder Wärmeabstrahlungsverluste des Kessels.

Die Brennstoff-Wärmeleistung (QB, Wärmebelastung, Feuerungsleistung) gibt an, wie viel Energie (kWh) in Form eines bestimmten Brennstoffes (Hackgut, Stückholz, Pellets,...) bei Volllast in einer Stunde verbrannt werden kann. Die zugeführte Energie wird durch kg Brennstoff mal Heizwert (Hu)/kg errechnet. Für Genehmigungsverfahren oder Abgasgrenzwerte laut Feuerungsanlagenverordnung zählt natürlich die zugeführte Brennstoffmenge und damit die Brennstoffwärmeleistung des Kessels, die auf dem Typenschild angegeben ist.

Der Kesselwirkungsgrad (η) benennt das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Wärmemenge in einem bestimmten Zeitraum (meist einer Stunde). Kesselnennleistung (Q) dividiert durch Brennstoffwärmeleistung (QB) mal 100 ergibt den Kesselwirkungsgrad in Prozent (%).

Beim Kesselnutzungsgrad wird das Verhältnis von Energieinput und -output meist über ein ganzes Jahr beobachtet. Damit sind alle im Betriebsjahr anfallenden Betriebszustände wie Bereitschaft, Teillast und Volllast abgebildet. Der Kesselnutzungsgrad kann neben dem Brennmaterial auch den zum Betrieb des Kessels verbrauchten Strom mitberücksichtigen. 

Was heißt "Nahwärme/ Fernwärme/ Mikronetz"?

Bei diesen Systemen gibt es eine zentrale Erzeugung von Wärme (Heizwerk) und die Verteilung zu den Endkunden über ein Rohrleitungssystem. Es gibt keine Definition wann welche Bezeichnung zu verwenden ist. Unter die Begriffe Mikronetz und Nahwärme fallen kleinere dezentrale Wärmenetze, während als Fernwärme größere Netze bezeichnet werden, die meist große Transportleitungen beinhalten. Technisch ist diese Unterscheidung nicht von großer Bedeutung, da die grundlegende Funktionsweise für bei allen Typen von Wärmenetzen gleich ist.  

Welche Wärmeverluste habe ich bei einer Fernwärmeleitung?

Durchschnittlich ca. 25 Watt pro Laufmeter für ein mittelgroßes Fernwärmerohr, d.h. bei einer Leitung von 100 m Länge benötigt man pro Jahr für die Verlustabdeckung ca. 30 srm Hackgut.  

Kann der Wärmepreis einseitig verändert werden?

Nein. In Wärmelieferungsverträgen sind die Preise an einen Index gebunden, an den sich beide Vertragspartner (sowohl Lieferant als auch Abnehmer) halten müssen.   

Wie wird der Anschluss an Nahwärme für Privatabnehmer gefördert?

In Oberösterreich pauschal mit € 1.200,- bis zu € 1.700,- je Anschluss.
Nähere Informationen: Land OÖ, Abteilung Wohnbauförderung, Tel. (+43 732) 7720 – 141 43; bzw. unter
http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/97631_DEU_HTML.htm

In welcher Tiefe werden Fernwärmeleitungen verlegt?

Die Fernwärmeleitungen werden in einer Tiefe von ca. 1 m verlegt, d. h. die Überdeckung beträgt ca. 80 cm. Die Grabungstiefe ist ca. 1 - 1,2 m.  

Ist eine Ganzjahresversorgung mit Nahwärme notwendig und möglich?

Bei vielen privaten Abnehmern erfolgt auch die Warmwasserbereitung über die Zentralheizung, damit wird oft ein Ganzjahresbetrieb erforderlich. Schlussendlich wird von Projekt zu Projekt entschieden, ob ein ganzjähriger Betrieb sinnvoll und wirtschaftlich ist.  
Falls ein Heizwerk keinen Sommerbetrieb hat, sondern nur im Winter zur Raumwärmebereitstellung betrieben wird, sucht man für die Warmwasserbereitung im Sommer alternative Lösung wie Solarenergie oder Elektroboiler.

Was ist ein sogenannter "Stiller Anschluss"?

Ein vorbereiteter Hausanschluss, um einen späteren Anschluss an das Wärmenetz zu ermöglichen.  

Kann bei einer Versorgung mit Nahwärme das bestehende Heizsystem weiter verwendet werden?

Ja, im Fall von zentral beheizten Objekten. Nur bei einem bestehenden Einrohr-System, oder einem Vierwege-Mischer gibt es Einschränkungen. Klären Sie dies am Besten mit unserem Technischen Büro.  

Wann erfolgt die Endabrechnung der Jahresheizkosten?

Meist mit Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni. In der Regel wird der berechnete Jahresbetrag monatlich akontiert, und per Abbuchungsauftrag eingezogen.