Energie aus heimischem Holz könnte in Österreich deutlich mehr genutzt werden
Angesichts massiver Preissteigerungen bei Öl und Gas lohnt der Blick auf den unschlagbaren Energieträger Holz. Dazu gab es im Rahmen der 33. Generalversammlung des Biomasseverbandes OÖ, abgehalten am Donnerstag, 19. März 2026, in der Landwirtschaftskammer OÖ, eine ausgezeichnete Gelegenheit.
Zu einer Zeit, in der die Preise für Erdöl und Erdgas täglich steigen, in der die Nachrichten noch lange auf kein Ende der Energiekrise hoffen lassen, betonten alle Redner des Tages, allen voran Obmann Gerhard Uttenthaller und das Vorstandsmitglied Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Rosemarie Ferstl, die große Bedeutung von Energie aus Biomasse.
Viele Argumente sprechen eindeutig für die Vorteile von Holz, leider gibt es aber auch viel mangelndes Wissen und zum Teil falsche Informationen in der Bevölkerung und oft auch auch bei politischen Verantwortungsträger:innen.
Dies nahm der Österreichische Biomasse-Verband zum Anlass, eine Kampagne mit fundierten Informationen aus diversen Studien zu erstellen. Geschaffen wurden Unterlagen mit belegbaren Zahlen und Fakten, leicht verständlichen Grafiken und sogar ein Medienkoffer, der im schulischen Bereich verwendet werden kann und zum Beispiel anschaulich zeigt, wieviel Anteil von einem geernteten Baum auf Energieholz entfällt.
Christoph Pfemeter, Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, hielt ein eindrucksvolles Referat über die „TOP-Argumente für die Holzenergie-Nutzung“.
Der Vortrag zeigte eindeutig, dass das verfügbare Potential der Holzenergienutzung bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Derzeit wird nur etwa ein Drittel des zuwachsenden Holzes für Heizzwecke in Haushalten genutzt, Nebenprodukte die bei der Waldpflege, Holzverarbeitung und Entsorgung anfallen. Der momentane Holzvorrat in Österreich ist so hoch wie 120 Haushalts-Jahresverbräuche.
Obwohl die Anzahl der Holzheizungen durch den nötigen Ausstieg aus Öl und Gas sukzessive steigt, wird erwartet, dass die Menge des energetisch genutzten Holzes im Jahr 2050 niedriger ist als heute. Einerseits wird die Isolierung der Häuser immer besser und die Winter werden immer wärmer, andererseits werden die Holzheizungen effizienter und auch sehr sauber, was die Feinstaubemissionen betrifft.
Es ist zu erwarten und auch dringend nötig, dass laufend alte, ineffiziente Holzöfen durch moderne Kessel oder noch besser, durch Biomasse-Nahwärme ersetzt werden.
Ein großes Problem der Wärmebereitstellung aus Holz ist aber, dass die Anschaffungskosten meist deutlich höher sind als zum Beispiel bei Gasthermen. Wenn auch die Brennstoffkosten (Scheiter, Pellets und Hackgut) sehr viel billiger sind als Öl und Gas, schrecken die Investitionskosten viele Hausbesitzer ab.
Es ist daher von Seiten der Politik dringend nötig, dass die Förderung für Biomassekessel im vernünftigen Ausmaß erhalten bleibt und dass das bereitgestellte Volumen so groß ist, dass alle Antragsteller eine Förderzusage erwarten können. Wichtig ist, dass diese Öfen nicht nur beim Umstieg von fossilen Brennstoffen gefördert werden, sondern auch, wenn die oben erwähnten veralteten Kessel durch moderne, sparsame und saubere ersetzt werden.
Studien belegen, dass diese gewährten Förderungsmittel, noch bevor sie an den Förderwerber ausbezahlt werden, schon wieder in Form von Steuern und Abgaben auf Arbeit an den Finanzminister zurückgekommen sind.
Der Umstieg von Öl und Gas aus Krisengebieten auf Wärme aus Holz schafft in Österreich Arbeit und Wertschöpfung, und ganz wichtig, ein gutes Stück weniger Abhängigkeit von Ländern in Krisen- und Kriegsgebieten.
Im Mitgliederbereich finden Sie die Vortragsunterlagen. Sehen sie sich diese an, damit auch sie für mehr Holzenergie argumentieren und Gegenargumente fachlich entkräften können.



