Wlodkowski: "Bioenergie schafft Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit"

Presseaussendung von LK-Ö Präsident ÖkR Gerhard Wlodkowski vom 13. Juni 2013: Mythen zu Preissteigerungen leicht entkräftbar!

Der Wunsch der Papierindustrie nach Holzeinkaufsmonopol wird abgelehnt!

 

„Die Wetterextreme nehmen dramatisch zu und die Bevölkerung kämpft in vielen Landesteilen fieberhaft an der Beseitigung der Hochwasserschäden. Zur selben Zeit agitiert die Papierindustrie völlig abgehoben von den Sorgen der Bevölkerung gegen die Förderung klimaschonender Bioenergie. Mehr noch: Sie träumt noch immer von einem längst überholten Holzeinkaufsmonopol mit billigsten Rohstoffpreisen bei einseitig diktierten Lieferbedingungen.

 

 

 

Während die Öl- und Gaswirtschaft von der Substanz lebt und ihre Reserven in Europa rasch verbraucht, hat die Forstwirtschaft bereits vor 300 Jahren den Begriff der generationsübergreifenden Nachhaltigkeit entwickelt. Die Waldbestände und Holzvorräte wurden in Österreich in den letzten Jahrzehnten ausgeweitet und die Waldpflege verstärkt. In den Wäldern wächst nach wie vor mehr Holz zu als genutzt wird. Es gibt daher ein entsprechend nachhaltiges Potential für gesteigerte Holzmengen aus dem Wald für alle Verwertungsbereiche: die Sägeindustrie, die Papier- und Plattenindustrie und die energetische Nutzung. Das geht allerdings nicht zum von der Papierindustrie erhofften Billigsttarif, sondern nur zu fairen Preisen, mit denen die Waldbewirtschaftung auch im schwierigen Gelände unseres Gebirgslandes kostendeckend möglich ist“, erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich.

Subventionen für Fossile Energie

Fossile Energieträger werden auf globaler Ebene massiv subventioniert: Die Internationale Energieagentur (IEA) hat das Missverhältnis von 523 Mrd. Dollar Subventionen für den Verbrauch von Fossilenergie gegenüber nur 88 Mrd. Dollar Unterstützungsvolumen für erneuerbare Energie im Jahr 2011 scharf kritisiert. Laut IEA wurde demgemäß 2011 Fossilenergie sechsmal mehr subventioniert als erneuerbare Energie. Wlodkowski: „Umso unverständlicher ist die Fehlinformation der Papierindustrie bezüglich der Förderungspolitik für Bioenergie. In einem Energiemarkt, in dem es keine Kostenwahrheit bei Öl-, Gas- und Kohle sowie Atomenergie gibt, ist die Förderung des heimischen klimaschonenden Energieträgers Holz mehr wie berechtigt.“

Bioenergie schafft Arbeitsplätze

Der Eurobserver hat für das Jahr 2011 die Beschäftigungseffekte der verschiedenen erneuerbaren Energietechnologien in der EU27 analysiert. Insgesamt wurden im Jahr 2011 durch erneuerbare Energietechnologien ca. 1.160.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. abgesichert. Den Hauptteil trugen dabei mit ca. 455.000 bzw. ca. 39 % biogene Energieträger (feste Biomasse, Biogas und biogene Treibstoffe) bei. Das Umsatzvolumen der erneuerbaren Energieträger summierte sich laut Eurobserver im Jahr 2011 auf ca. 137 Milliarden Euro, auch davon konnte ein wesentlicher Teil mit ca. 47 Milliarden Euro bzw. ca. 35 % den biogenen Energieträgern zugeordnet werden.

Energieversorgungssicherheit auch für Papierindustrie wichtig

„Die Importquote zur Abdeckung des heimischen Energiebedarfs liegt bei 70%, bei Kohle müssen wir 100%, bei Öl mehr als 90% und bei Erdgas ca. 80% des Bedarfes importieren. Die riskante Abhängigkeit von Energielieferungen aus Kriegs- und Krisenregionen kann auch nicht im Interesse der energieintensiven Papierindustrie sein, die selbst jährlich 130.000 t Kohle und 800 Mio. m³ Erdgas für ihre Produktionsstätten benötigt. Die Außenhandelsbilanz für Energie erreicht in Österreich bereits ein Defizit von 13 Mrd. Euro pro Jahr. Während die Außenhandelsbilanz des Energiesektors also schwer negativ ist, trägt die Wertschöpfungskette Holz mit einer hoch positiven Außenhandelsbilanz im Ausmaß von fast vier Mrd. Euro zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs bei. Die verlässliche Holzbereitstellung durch die Forstwirtschaft ist somit die Basis für den Erfolg dieses exportorientierten Sektors“, so Wlodkowski weiter.

„Neben dem erheblichen jährlichen Kaufkraftabfluss für Energieimporte von mehr als 3.000 Euro pro Haushalt und den damit verbundenen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen ist auch die politische Verwundbarkeit Österreich ein großes Problem. Es liegt daher klar auf der Hand, dass die bessere Nutzung aller heimischen Energieressourcen – besonders auch des nachhaltig bereitgestellten Holzes – im Sinne der gesamten Bevölkerung ist. Da muss die Papierindustrie lernen, auch über den Tellerrand von sehr begrenzten Partikularinteressen hinaus zu schauen“, stellte Wlodkowski abschließend fest.

Kontakt LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert, Tel 01/53441-8521, E-Mail j.siffert@lk-oe.at

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